Home         Datenschutz Impressum
           
  logo   Aktuelles Archiv Kollegium Förderverein Links für Kids Kontakt
         
         
      Archiv  
       
         
      Schulchronik  
       
         
      Ramsbeck und seine Schule  
       
         
     
von Siegfried Haas
 
         
         
     
     
  2. Die Zeit der Schulvikare   
 

Die Schulverhältnisse besserten sich etwas, nachdem die Ramsbecker Einwohner Anno 1763 ein Kapital von 800 Talern zur Verfügung stellten, um für den Ort eine Vikarie zu stiften. Die Stiftungsurkunde wurde von sämtlichen 11 Bauern des Dorfes eigenhändig mit „drei Kreutzern“ unterzeichnet; demnach hatte nicht ein einziger das Schreiben gelernt.

VikarieAm 20. Juni 1765  war das Vikariehaus fertig. Es war ein schlichter, strohgedeckter Fachwerkbau von gerade mal 29 Fuß Länge und 24 Fuß Breite (etwa 9,00 x 7,20 m). Trat man durch die Eingangstür, gelangte man auf eine kleine Tenne. Rechts und links führte jeweils eine Tür in eine Stube; jede hatte einen von außen beheizbaren Ofen. In der linken Stube befand sich eine Treppe, die nach oben führte. Eine Küche gab es nicht; die offene Feuerstelle befand sich am Ende der Tenne. Eine Treppe führte zur Speisekammer. In dieses Häuschen zog nach der offiziellen Genehmigung des kirchlichen Benefiziums vom 3. April 1766 durch den Erzbischof und Kurfürst Maximilian Friedrich zu Köln als erster Hilfsgeistlicher Vikar Christoph Bergenthal aus Bödefeld ein. Vikar Bergenthal wurde – wie seine Nachfolger auch – ausdrücklich auch als Schulvikar angestellt, ohne die Qualifikation einer pädagogischen Ausbildung zu besitzen. Somit brauchten die Kinder aus Ramsbeck, Berlar und Wasserfall nicht mehr wie bisher zum Schulmeister nach Heringhausen. Ein Schullokal gab es allerdings noch nicht; der Vikar unterrichtete seine 16 – 20 Schüler neben Religion in Lesen, Schreiben und Rechnen in der rechts vom Eingang liegenden Wohnstube. Der Unterricht dauerte von Martini bis Ostern; im Sommer halfen die Kinder wie in früheren Zeiten beim Hüten des Viehs oder bei den Erntearbeiten. Als Schulgeld bekam der Vikarius für jeden Schüler ein Spind Roggen (1 Spind Roggen = 10 kg) und 11 Groschen 6 Pfennig pro anno.
 
     
  zurückweiter